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Verwaltung

5. Türchen

Die Verwaltung

Politik besteht zu 1% aus Kreativität, 4% Begeisterungsfähigkeit und 95% harter Arbeit. Diese Arbeit wird zu einem verschwindend kleinen Teil von den politisch Verantwortlichen geleistet. Den Hauptteil übernimmt die Verwaltung. Es ist deshalb erstaunlich, wie wenig sich die Politik darum kümmert, die strukturelle Basis der Gemeinschaft zu optimieren. Wohl darum führt sie ein Eigenleben: Die Politik geht, der Beamte steht.

Die Verwaltung ist die Schnittstelle zum richtigen Leben

Die oberste Aufgabe der Politik besteht nicht darin, den Staat zu gestalten, sondern ihn zu organisieren. In allererster Linie geschieht dies über den Verwaltungsapparat, welcher in den Augen der Bevölkerung den eigentlichen, den fassbaren Staat darstellt. Entsprechend repräsentieren Beamte und die übrigen Bediensteten der öffentlichen Hand den Staat weit mehr, als es die Volksvertreter je tun werden.

Die Bürger finanzieren diesen Staat über ihre Steuern und sonstige Abgaben. Auch wenn Steuern mit keinen direkten Ansprüchen verbunden ist, also de jure keine konkrete „Gegenleistung“ damit verbunden sind, so haben die Bürger doch den moralischen Anspruch, dass dieser Staat in ihrem Sinne organisiert wird. Also im Prinzip das, was man in der freien Wildbahn als Kundenfreundlichkeit umschreiben würde.

In der Wirtschaft stehen die Unternehmen unter einem ständigen Wettbewerbsdruck. Firmen die es schaffen sich den Kunden zuzuwenden, ihnen die versprochenen Leistungen zuverlässig, freundlich und rasch abzuliefern haben klare Wettbewerbsvorteile und setzen sich durch. Wem das nicht gelingt verschwindet.

Je kleiner der Staat je mächtiger das Individuum.
Je größer der Staat je mächtiger seine Beamten.

© Alfred Selacher (*1945), Schweizer Lebenskünstler

Die Verwaltung der öffentlichen Hand kennt diese Konkurrenzsituation naturgemäß nicht. Trotzdem trifft sie auf Bürger, welche sich solche Abläufe gewohnt sind. Es ist also kein Wunder, wenn sie vergleichen und unzufrieden mit den staatlichen Organen sind, wenn diese schlecht zu erreichen, mangelhaft ausgestattet und eine gewisse Unwilligkeit an den Tag legen. Es ist verständlich, wenn sich Ärger breitmacht, wenn man Stunden vor Ämtern anzustehen hat und monatelang auf etwas simples, wie einen Pass zu warten hat.

Man widme sich mehr der Pflicht!

Die Entwicklung und Umsetzung politischer Visionen ist die Kür der politischen Arbeit. Das Organisieren eines effizienten, schlanken Staatsapparates, welcher sich in den Dienst seiner Bürger stellt, ist jedoch die eigentliche Pflichtaufgabe. Dieser Aufgabe sollten die Repräsentanten des Volkes ihr Hauptaugenmerk widmen.

Diese Aufgabe kann die Politik nur gerecht werden, wenn sie darauf verzichtet Ämter und Posten aus rein wahltaktischen oder parteipolitischen Gründen zu vergeben. Die Führung des Apparates gehört in kompetente Hände. Die Forderung, es müssten jeweils die Besten auserkoren werden, ist vermessen. Es wäre aber schon viel erreicht, wenn jeweils nur die Besten unter den Verfügbaren zum Zuge kämen.

Welcher Partei die Mitglieder der Exekutive angehören ist für uns jedoch weitgehend ohne Belang. Wir definieren unseren Erfolg nicht zwingend über Wahlerfolge, sondern ob es gelingt unsere Ziele zu erreichen.

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