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Umweltschutz

21. Türchen

Umweltschutz

Kaum mehr als hundert Jahre hat die Menschheit gebraucht, um die Natur derart aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass die Lebensgrundlage des Menschen auf breiter Front gefährdet ist. Unter diesen Voraussetzungen sollte der Umweltschutz eigentlich kein politisches Streitthema sein. Doch weit gefehlt. Noch immer werden Themen rund um den Umweltschutz mit einer Hitzigkeit diskutiert, welche an religiöse Glaubenskriege erinnern. Denn Umweltschutz bedeutet Verzicht. Und mit Verzicht gewinnt man keine Wahlen.

Das Gift des Verlangens

Wann ist genug, genug? Vermutlich nie. Die stete Unzufriedenheit mit dem aktuellen Zustand hat unsere Gesellschaft soweit gebracht, wie wir bis heute gekommen sind. Im Guten, wie im Schlechten. Nun, da die Grundlage dafür gelegt ist, dass alle Bürger genug haben könnten – es also eigentlich nur noch eine Frage der sinnvollen Verteilung des Vorhandenen geht – muss es ein Ende haben, mit der Sucht nach dem „mehr“ um jeden Preis.

Den Fortschritt kann man nicht aufhalten. Sagt man. Eine moderne Gesellschaft muss und will ihn auch nicht aufhalten. Man muss ihn einfach nur nach marktwirtschaftlichen Kriterien auf die richtigen Bahnen lenken. Denn das Problem ist ja nicht der Fortschritt an sich, sondern die Lastenverteilung. Wir profitieren vom Fortschritt, zahlen den damit verbundenen Preis aber nicht vollständig, sondern lassen anschreiben. Mögen nachfolgende Generationen sich mit der offenen Rechnung beschäftigen.

Ratenzahlung ausgeschlossen

Das auseinanderfallen von Nutzen und Kosten ist das Hauptproblem im Zusammenhang mit der Übernutzung der Erde. Wer Umweltschutz ernst nimmt, muss nicht in erster Linie mit Verboten agieren, sondern diesen Widerspruch auflösen.

Es ist also, wie so oft, eine marktwirtschaftliche Lösung welche wir zur Rettung der Erde ins Feld führen. Wobei es genau genommen nicht um die Rettung von Erde und Natur geht, sondern um den Erhalt unserer eigenen Spezies. Um den Schutz unserer Lebensgrundlage.

Die Rettung der Menschheit liegt im freien Markt. In einem Umfeld also, in welchem jede Nachfrage zu einem Preis führt, was wiederum die Nachfrage reguliert. Dieser Preis wird zukünftig um eine realistische „Entsorgungsgebühr“ erhöht werden. Diese Gebühr wird die tatsächlichen Kosten abdecken, welche durch einen Stoff oder eine Aktivität entstehen, bis der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt ist. Diese Kosten werden an der Quelle erhoben. Also entweder bei der Produktion oder beim Import.

Stoffe, welche sich nicht biologisch abbauen lassen und nicht recyclierbar sind, dürften also deutlich teurer werden. Vermutlich wird es in vielen Fällen so teuer, dass es sich einfach nicht mehr lohnt. Dann gibt es diese Produkte vielleicht nicht mehr, bzw. sie werden anders konstruiert oder durch andere Dinge ersetzt.

Umweltschutz = alle Kosten sofort bezahlen

So geht Umweltschutz. Jeder räumt hinter sich auf oder noch besser, verzichtet auf Dinge, die einfach nicht notwendig sind. Auf keinen Fall soll es zukünftig aber noch möglich sein, es sich auf Kosten anderer (nachfolgende Kinder, Menschen in Entwicklungsländern, sozial weniger gut gestellte Menschen) gut gehen zu lassen. Zumindest nicht im Bereich des Umweltschutzes.

Der freie Markt wird also zu Verzicht führen. Das ist gut so, denn nur durch Verzicht tut man der Natur etwas Gutes. Verzicht ist die einzige Umweltschutzmaßnahme mit einem 100 %igen Wirkungsgrad.

Wird Verzicht aber nicht zu einem Verlust an Umsatz, Gewinn und Arbeitsplätzen führen? Unter dem Strich ganz sicher nicht. Natürlich werden Arbeitsplätze an der einen Stelle wegfallen oder nicht geschaffen werden können. Aber ist die Nachfrage da, werden diese an anderer Stelle wieder entstehen.

So ist das, wenn man den freien Markt auch tatsächlich wirken lässt. Wenn man Fehlanreize schafft, indem man etwa keine Vollkostenrechnung macht, wirkt der Markt natürlich auch. Allerdings in eine ganz andere Richtung. Mit Umweltschutz hat das wie wir sehen dann nichts mehr zu tun.

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