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Rohstoff Bildung

10. Türchen

Rohstoff Bildung

Es dürfte unbestritten sein, dass der Wohlstand in Deutschland weitgehend vom Wissen und Fähigkeiten der Bürger abhängt. Oft wird deshalb vom Rohstoff Bildung gesprochen.  Trotzdem haben echte Bildungsnationen Deutschland deutlich abgehängt. Hierzulande ist Bildung nur noch Mittelmaß. Im Bereich Bildung gäbe es derart viel zu tun, dass hinter dem 10. Türchen des Adventskalenders nicht genug Platz ist, um alle Bereiche abzudecken. Wir konzentrieren uns deshalb auf das Wesentliche.

Bildung als Investition

Wer investiert sollte unternehmerisch denken: Wo bringt das Geld die meiste Rendite? Das ist auch in der Bildung nicht anders. Hier lägen die höchsten Renditechancen in der Basis und nicht wie heute öffentlichkeitswirksam praktiziert in Leuchtturmprojekten in der Spitze.

Deshalb müssen zukünftig viel mehr Gelder in Kindergarten und Grundschule fließen. Klares Ziel: möglichst viele, wenn nicht alle mitnehmen. Herstellung der Chancengleichheit ist hier eines der Zauberworte. Wenn es gelingt den Nachwuchs von eher bildungsfernen Familien für Schule und Bildung zu interessieren, bringt das nicht nur mehr qualifizierte Fachkräfte in der Zukunft, sondern vor allem reduziert es die Zahl jener, welche im Erwachsenenalter abgehängt und staatlich alimentiert werden müssen. Weniger Kosten erhöhen den Gewinn bekanntlich auch.

Die Grundforderungen für ein modernes Bildungssystem an der Basis

  • Viel mehr Lehrer, viel weniger Schüler pro Klasse und eine Infrastruktur, welche anständiges Arbeiten ermöglicht. Kein Luxus, sondern einfach nur eine saubere, sichere und zweckmäßige Umgebung. Und das auf allen Stufen.
  • Tagesschulen und deutlich mehr Präsenzzeit. Nicht zwingend mehr klassische Lektionen, sondern mehr Zeit für ein entspanntes Üben, Anwenden und eine gezielte Einzelförderung. Aber auch mehr Zeit für Spielen, Sport und Bewegung in der Natur. Denn wie heißt es so schön: Mens sana in corpore sano .  Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
  • Absolut kostenfreie Schulen. Alles, absolut alles was die Schule anbietet hat kostenlos zu sein. Echte Chancengleichheit besteht nur, wenn jede noch so kleine Hürde wegfällt. Denn jede Hürde ist ein Hindernis, welches Ungleichheit schafft. Und jede Hürde fordert Opfer.
  • Wenn also eine Leistung der Schule Sinn macht, dann hat sie der Staat zu finanzieren. Wenn nicht, hat sie zu unterbleiben.
  • Gebühren- und kostenfreie Schulen sind auch ökonomisch sinnvoll. Denn es erspart die Verwaltung der Zusatzgebühren und das Auflösen von Härtefall-Situationen. Am Ende müssen die Kosten so oder so bezahlt werden. Ob sie es über Zuzahlungen oder Steuern machen ist unter dem Strich egal.
  • Lehrer müssen vor den Eltern besser geschützt werden. Durch klare gesetzliche Regeln, durch eindeutige Abläufe und durch Vorgesetzte mit Rückgrat. Aber nicht durch ein Beamtenrecht, welches demotivierte Lehrkräfte im System hält. Wer die Leistung nicht mehr erbringen mag, die ein modernes Bildungswesen erfordert, soll sich auf dem freien Arbeitsmarkt neue Herausforderungen stellen.
  • Leistungsabhängige Entlohnung für Lehrer. Also im Prinzip ein auskömmlicher Grundlohn und eine Bonifikation für jedes objektiv messbare Ziel das erreicht wird. Lehrer müssen eine persönliche Motivation erhalten, keine Schüler zu verlieren.

Nicht über die Form, sondern über den Inhalt sollten wir streiten

Es darf unterschiedliche Formen der Wissensvermittlung geben. Darüber sollten nicht in erster Linie die Politik, sondern Bildungsexperten und Pädagogen entscheiden. Gut denkbar – zumindest in Ballungsgebieten – dass die Eltern die Möglichkeit haben, sich für verschiedene Konzepte zu entscheiden. Auf dass sich die verschiedenen Systeme gegenseitig antreiben besser zu werden.

Vermutlich werden die Einflussfaktoren der Bildungssysteme überschätzt. Entscheidend ist, dass die in allen Kindern vorhandene Lust am Lernen am Leben gehalten wird. Und das dürfte in erster Linie eine Frage von Zuwendung (Zeit) und Geld sein. Also eine Investition.

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