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Recht auf Arbeit

14. Türchen

Recht auf Arbeit

In unserer Gesellschaft definiert sich das einzelne Individuum zu einem großen Teil über seine Arbeit. Wer keine Arbeit hat, ausgesteuert ist oder keinen Platz in der Arbeitswelt von heute findet, hat da natürlich ein gewisses Problem. Immerhin sorgt ein fürsorglicher Staat dafür, dass bei uns niemand vor dem absoluten Nichts steht, ja garantiert der einzelnen Person sogar eine gewisse Teilhabe am Leben. Diesen Akt der Solidarität löst das Problem jener natürlich nicht, welche sich mangels Arbeit nicht vollwertig fühlen. Gleichzeitig schafft es aber auch eine weitere Gruppe von Menschen: Jene, welche diese Solidarität missbrauchen. Beidem kann man begegnen, indem man die gewährten Leistungen an adäquate Gegenleistungen knüpft. Keine administrativen Erniedrigungen, sondern ein Recht auf Arbeit.

Recht auf Arbeit kennt nur Gewinner

Tatsächlich könnte mit einem staatlich garantierten Recht auf Arbeit verschiedene positive Effekte erzielt werden:

  • Fürsorgeleistungen hätten nicht weiter den Touch von Almosen. Die Betroffenen könnten sie also mit einem deutlich besseren Gefühl entgegennehmen. Sie müssten sich auf jeden Fall nicht mehr die erniedrigenden Prozesse im Zusammenhang mit der Antragsstellung unterziehen.
  • Bedingungslose Leistungen des Staates sind kurzfristig eine feine Sache. langfristig haben sie aber eine Verhaltens- und Wesensänderung zur Folge, welche absolut unerwünscht ist. Trägheit und Passivität, wie sie auch vielen Rentnern nach Eintritt ins Rentenalter nicht unbekannt ist, ruiniert nicht nur das Leben und die Zukunftschancen der Betroffenen. Sie wirkt ansteckend und sorgt für ganze Generationen von Hartz IV Bezügern. Das kann nicht Sinn einer an sich solidarischen Unterstützung sein.
  • Wer eine Aufgabe erfüllt fühlt sich nicht wertlos, sondern gebraucht. Wer sich gebraucht fühlt, wird weniger krank und macht auch sonst weniger Quatsch.
  • Wer aktiv ist, kann sich weiterentwickeln. Wer von öffentlichen Zahlungen abhängt, fällt zurück und geht verloren.
  • Nach einer längeren Phase der Passivität ist eine Wiedereingliederung in die Wirtschaft schwer, bis unmöglich. Ein großer Teil der Betroffenen Hartz IV Bezüger fällt die Umstellung in einen normalen Tagesrhythmus extrem schwer. Entsprechend unwillig sind die Betriebe, solchen Bewerbern eine Chance zu geben. Hätten diese Menschen einen regelmässigen Tagesablauf, wie ihn das Recht auf Arbeit schafft, wäre eine Wiedereingliederung in den ordentlichen Beschäftigungsmarkt deutlich einfacher.
  • Viele Aufgaben kann der Staat nicht mehr erfüllen, weil ihm dazu angeblich das Geld fehlt. Würde das Geld aus den Sozialleistungen umgewidmet, könnten viele sinnvolle Arbeiten und viele wertvolle Dienste weiter oder wieder erbracht werden. Es ist dumm, Geld zu „verschenken“, dabei mehr Schaden als Nutzen anzurichten, statt eine angemessene Gegenleistung dafür zu verlangen und für alle Beteiligten eine win-win Situation zu schaffen.
  • Die Vorstellung, dass der Staat und damit die Gemeinschaft Leistungen verschenkt, führt zu einer geistigen Haltung der Gesamtgesellschaft, welcher einer wirklich solidarischen Gesellschaft abträglich ist. Der Staat ist bekanntlich keine Kuh, die im Himmel gefüttert und auf Erden gemolken wird (Zitat: Peter Bichsel), sondern ein labiles Gemeinwesen. Dieses kann nur funktionieren, wenn einer für alle und alle für einen einsteht. Je mehr Menschen einfach nur Leistungen abgreifen, ohne sich selber einzubringen, desto mehr kommt der solidarische Sozialstaat in Verruf.
  • Jeder kann sein Schicksal bis zu einem gewissen Grad selber bestimmen
  • Das Recht auf Arbeit ist nicht mit der Pflicht verbunden, arbeiten zu gehen. Selbstverständlich steht es jedem Bürger frei, ob er oder sie dieses Recht in Anspruch nehmen kann. Wer jedoch nicht willens ist, seinen Beitrag zu leisten, wird auch keine finanziellen Leistungen des Sozialstaates erwarten dürfen. Klare Verhältnisse.

Nicht jeder kann arbeiten – diese Menschen geniessen die volle Solidarität

Von dieser Regel sind selbstverständlich Menschen ausgenommen, denen es beim besten Willen nicht möglich ist, sich einzubringen. Diesen Menschen wird der Sozialstaat auch weiterhin solidarisch zur Seite stehen. Der mögliche Bezugskreis wird jedoch derart eng und klar definiert sein, dass die Abklärung der Anspruchsberechtigung deutlich vereinfacht werden kann.

Das Recht auf Arbeit führt besseren Lebensbedingungen für alle Bürger. Im Grunde geht es darum, dass die vorhandene Wertschöpfung auf möglichst alle Menschen aufgeteilt wird. Eine Herausforderung welche wir uns besser früher, wie später stellen sollten. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die zunehmende Automatisierung und der damit verbundene Wegfall vieler gut bezahlter Arbeitsstellen, nach neuen Lösungen sucht. Das Recht auf Arbeit könnte eine solche sein.

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