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Pflege

15. Türchen

Pflege

In Deutschland herrscht bereits im Jahr 2017 ein regelrechter Pflegenotstand. Immer weniger qualifizierte Mitarbeiter müssen sich um immer mehr Alte kümmern. Die Lage ist verheerend. Dabei steht die große Herausforderung erst bevor: Wenn erst die Babyboomer in Massen pflegebedürftig werden, wird das aktuelle System kollabieren.

Es gibt gute Gründe, weshalb immer weniger Menschen bereit sind in der der Pflege zu arbeiten:

  • Die Arbeit ist sowohl physisch, wie psychisch extrem anstrengend
  • In der Pflege herrscht Schichtbetrieb, weil die Pflegebedürftigen auch die Nacht über betreut werden müssen
  • Die Verantwortung ist enorm, wird aber kaum anerkannt
  • Die Bezahlung ist extrem schlecht und steht nicht einmal im Ansatz in einem Verhältnis zur geforderten Leistung und Verantwortung
  • Die demographische Entwicklung verstärkt den Mangel, weil gleichzeitig mit dem massiven Anstieg an Pflegebedürftigen, die Zahl der Beschäftigten abnehmen wird

Wenn sich der Pflegenotstand nicht weiter akzentuieren soll, muss gehandelt werden

Arbeitsbedingungen in der Pflege muss verbessert werden

Die Pflegekräfte sind traditionell schlecht organisiert und können ihre faktische Marktmacht deshalb nicht wie in anderen Wirtschaftsbereichen (ja, die Pflege ist heute ein Wirtschaftsbereich) nutzen um höhere Löhne durchzusetzen.

Der Staat muss deshalb im eigenen Interesse dafür sorgen, dass die Löhne in der Pflege steigen. Dazu sind vermutlich nicht einmal gesetzliche Regelungen notwendig. Es reicht, wenn die öffentliche Hand die Kapazität der eigenen Heime deutlich erhöht und den Beschäftigten attraktive Arbeitsbedingungen bietet. Dann werden sich die privaten Anbieter diesem Trend nicht verschließen können. Außer sie wären in der Lage ohne Personal zu arbeiten.

Kapazitätsengpässe vorbeugen

Ein Ausbau der Kapazitäten in der Pflege ist so oder so unumgänglich. Nicht nur wegen den alternden Babyboomern, sondern auch deshalb, weil die abnehmende Familiengröße dazu geführt hat, dass weniger Alte zuhause gepflegt werden können.

Da die gesetzliche Pflegeversicherung, bzw. der Staat so oder so für einen großen Teil der Kosten aufkommen wird, ist es sinnvoll mehr in eigene Kapazitäten zu investieren, statt einen großen Teil der Mittel für die Renditeerwartungen von privaten Investoren zu verschwenden.

Eigenverantwortung in der Pflege stärken

Es ist wichtig zu erkennen, dass das laufende Erwerbseinkommen nicht nur dazu da ist, den laufenden Bedarf zu decken. Je länger die Menschen in diesem Land leben, desto wichtiger ist, dass sie entsprechende Rücklagen für das Alter bilden. Das gilt nicht nur für die Rente, sondern im gleichen Maße auch für die Pflege. Dieses Bewusstsein fehlt völlig. Daran hat auch der Pflege Bahr nichts geändert.

Es kann nicht die Aufgabe kommender Generationen sein, die Pflegekosten der heutigen Konsumentengeneration zu stemmen. Wenn diese nicht fähig oder willig sind, ihre heutigen Ansprüche selbstverantwortlich an die Realität anzupassen, muss der Staat dies über die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung tun. Oder er muss klarmachen, dass das heutige Niveau der Pflege für die Zukunft nicht einmal annähernd gehalten werden kann. Ging früher auch…

Entscheidend ist, dass man die Verhältnisse so darstellt, wie sie tatsächlich sind. Transparent, offen und ehrlich.

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